Chevalier d’Èon de Beaumont
* 5. Oktober 1728 in Tonnerre, heute Frankreich
† 21. Mai 1810 in London, heute Vereinigtes Königreich

Chevalier d’Èon de Beaumont
Charles Geneviève d’Éon war ein*e französische*r Diplomat*in, Soldat*in und Fechter*in. D’Éons androgynes Auftreten machte sie*ihn zu einer idealen Spion*in. 1756 wurde d’Éon als Frau nach Russland eingeschleust, da Männer die Grenze nicht passieren durften. Unter dem Namen Lady Lea de Beaumont gewann d’Éon das Vertrauen der Zarin Elisabeth und trug dazu bei, dass Russland im Siebenjährigen Krieg an der Seite Frankreichs in den Krieg eintrat.
1763 entsandte Frankreich d’Éon nach London, offiziell als Sekretär*in des Botschafters, tatsächlich aber mit geheimen diplomatischen Vollmachten. Nach einem Konflikt verweigerte d’Éon die Rückkehr nach Frankreich und blieb im Exil. In London kursierten bald Gerüchte über das „wahre Geschlecht“ d‘Éons, sogar Wetten wurden darauf abgeschlossen – d’Éon verweigerte jede Untersuchung.
Nach dem Tod Ludwigs XV. durfte d’Éon nur zurückkehren, wenn sie*er dauerhaft als Frau lebte. D’Éon erklärte daraufhin, „von Geburt an weiblich“ zu sein – und begründete dies mit dem Hinweis, die Familie habe sie als Jungen erzogen, damit der Vater erbberechtigt blieb.
1785 zog d’Éon endgültig nach London und lebte von Fechtauftritten in Frauenkleidern sowie dem Verkauf ihrer Bibliothek.
Nach d’Éons Tod stellte ein Chirurg fest, dass d’Éon männliche Genitalien hatte, zugleich aber Merkmale, die Zeitgenoss*innen als weiblich beschrieben. Der Sexualforscher Havelock Ellis prägte später den Begriff „Eonismus“ (Transvestitismus). Das tatsächliche Geschlecht d’Éons bleibt ungeklärt.

Chris Fleming
Chris Fleming hat über die letzten 15 Jahre seinen eigenen einzigartigen Kunststil geschaffen. Ein akribischer Handwerker. Ein Meister am Skalpell, der komplexe Schablonen schichtet. Seine Arbeiten umfassen eine Vielzahl von Themen von Homoerotik und Pop-Kultur bis hin zur Politik. Seine Kunst wurde in Großbritannien und Europa ausgestellt. Chris erregte 2014 mit seinem bekannten Protestwerk Sochi Olympic Protest Aufmerksamkeit Die Arbeit thematisiert die Behandlung von Homosexuellen in Russland und nutze die Winterspiele von Sochi um das Problem anzuprangern.
Chris entwickelt seinen kraftvollen Stil und seine Arbeit mit jedem neuen Werk weiter. Momentan widmet er sich der glamourösen und vielseitigen Welt der Drag Queen Kultur.
Bild: Jame McGuigan