Florence Nightingale

* 12. Mai 1820 in Florenz, heute Italien
† 13. August 1910 in London, heute Vereinigtes Königreich

Florence Nightingale (c) Swen Marcel

Florence Nightingale

Florence Nightingale gilt als Begründerin der modernen westlichen Krankenpflege. Sie reformierte das Sanitätswesen und entwickelte Konzepte für öffentliche Gesundheitsversorgung. Durch ihre Arbeit wurde Pflege zu einem gesellschaftlich anerkannten Berufsweg für Frauen: Nightingale definierte Ausbildungsstandards und setzte sie 1860 mit der Eröffnung der Nightingale Training School am St Thomas’ Hospital in London praktisch um.

Nightingale setzte ihren Berufswunsch gegen den Widerstand ihrer Familie durch. Auf Reisen und in der Praxis erkannte sie, dass Pflegekräfte kaum systematisch geschult wurden. Sie forderte bessere Hygiene, klare Organisationsabläufe im Krankenhausbetrieb und eine evidenzbasierte Gesundheitsverwaltung. Dafür nutzte sie mathematische Analysen und statistische Diagramme, darunter das berühmte „Rose“-Diagramm, um Sterblichkeit und Ursachen sichtbar zu machen und Reformen politisch durchzusetzen.

Für ihre Leistungen erhielt sie 1883 den Royal Red Cross und 1907 als erste Frau den Order of Merit.

Über ihr Privatleben ist vor allem bekannt, dass Nightingale enge emotionale Bindungen zu Frauen pflegte und alle Heiratsanträge ablehnte. Emotionale Bindungen zu Männern sind nicht bekannt.
Nightingales umfangreiche Korrespondenz mit Frauen wie Mary Clarke und Selina Bracebridge ist von einer Intensität geprägt, die zeitgenössische Vorstellungen von rein „platonischer Freundschaft“ deutlich überschreitet. In der historischen Forschung wird ihr Lebensentwurf daher häufig als bewusste Alternative zu Ehe, Mutterschaft und heteronormativer Weiblichkeit im viktorianischen England gelesen.

Ob Nightingales Beziehungen zu Frauen als lesbisch zu beschreiben sind, bleibt umstritten. Einige Historiker*innen deuten ihre Briefe und Freundschaften in diese Richtung, andere widersprechen. Sicher ist, dass sie sich nie in eine traditionelle Ehe fügte und ihr Leben konsequent ihrer Arbeit widmete.

"Wenn man mit Flügeln geboren wird,
sollte man alles dazu tun,
sie zum Fliegen zu benutzen."
Florence Nightingale

Swen Marcel (c) Frank Bertram (wunderwerk berlin)

Swen Marcel

Swen Marcel, Jahrgang 1974, wurde in Rheinland-Pfalz geboren, wo er in einem kleinen Eifeldorf zwischen Kühen und Weinbergen aufwuchs. Schon in seiner Kindheit verbrachte er viel Zeit damit den Zeichenstift zu schwingen. Anfangs noch inspiriert von den Comic- und Zeichentrickhelden seiner Jugend, entwickelte er mit der Zeit seine eigenen Figuren.

In den 90ern kehrte er dem Landleben den Rücken und zog nach Köln, wo er sein Hobby zum Beruf machte und begann als Comiczeichner und Illustrator für verschiedene Verlage und Werbeagenturen zu arbeiten. Im Jahr 2000 erblickte sein Comic-Held David das rosa Licht der Szenenwelt, dessen Geschichten bis 2012 in dem Magazin RIK erschienen (jetzt FRESH NRW).

2008 zog Swen Marcel nach Berlin. Dort widmete er den Liebhabern besockter Männerbeine das Buch Soxs Men (2012), ließ seinen Comic-Charakter Rodgar Wetbull für das Boner Magazin die Hüllen fallen lassen und setzte in Bavarian Bears (2016) zünftige Mannsbilder erotisch ins Comic-Bild.

www.swenmarcel.de

Bild: Frank Bertram / wunderwerk.berlin