Hannah Höch
* 1. November 1889 in Gotha, heute Deutschland
† 31. Mai 1978 in Berlin, heute Deutschland

Hannah Höch
Hannah Höch war eine deutsche Grafikerin und Collagekünstlerin des Dadaismus und zählt zu den zentralen Figuren der klassischen Moderne. Der Dadaismus wollte radikal mit traditionellen Kunstformen und gesellschaftlichen Wertesystemen brechen. Als „Revolutionärin der Kunst“ gilt Höch als eine der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie hinterließ ein umfangreiches, stilistisch äußerst vielfältiges Werk, das international ausgestellt wurde.
In ihren Collagen thematisierte Höch immer wieder Geschlechterrollen, Körperbilder und Machtverhältnisse und unterlief damit bewusst bürgerliche und patriarchale Normen. Ihre queeren Beziehungen und ihr feministischer Blick flossen dabei nicht illustrativ, sondern strukturell in ihre Bildsprache ein und machten ihr Werk zu einem frühen Beitrag queerer Moderne.
Während der Zeit des Nationalsozialismus war Hannah Höch zwischen 1933 und 1945 wegen des Vorwurfs der „entarteten Kunst“ mit einem Ausstellungsverbot belegt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr ihr Werk wieder breite Anerkennung. 1965 wurde sie an die Akademie der Künste in Berlin berufen. Ihr künstlerisches Selbstverständnis fasste sie selbst mit den Worten zusammen: „Ich habe alles gemacht und mich um Handschrift und Merkmal nie gekümmert.“
1926 lernte Hannah Höch die niederländische Schriftstellerin Mathilda „Til“ Brugman kennen. Die beiden verliebten sich und lebten und arbeiteten zunächst in Den Haag, später in Berlin, zusammen.
Höch war auch zeitweise mit Männern verheiratet. Historisch wird sie heute als bisexuell eingeordnet.
"Ich möchte die festen Grenzen auswischen,
die wir Menschen mit einer eigensinnigen Sicherheit
um alles, was in unseren Bereich kam, gezogen haben."
Hannah Höch

Andreas Veitschegger
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Bild: Monika Esser