Lili Elbe
* 28. Dezember 1882 in Vejle, heute Dänemark
† 12. September 1931 in Dresden, heute Deutschland

Lili Elbe
Lili Elbe war eine dänische Malerin und eine der ersten bekannten trans Frauen, die sich geschlechtsangleichenden Operationen unterzogen. Sie wurde mit männlichen Körpermerkmalen geboren und lebte zunächst unter dem Namen Einar Wegener. Gemeinsam mit ihrer Ehepartnerin, der Künstlerin Gerda Gottlieb, zog sie 1912 nach Paris. Dort trat Lili Elbe zunehmend öffentlich als Frau auf, während das Paar gegenüber der Außenwelt den Eindruck zweier verschiedener Personen aufrechterhielt.
1930 reiste Lili Elbe nach Berlin, wo im Umfeld des Instituts für Sexualwissenschaft unter Dr. Magnus Hirschfeld erste operative Eingriffe vorgenommen wurden. Weitere Operationen folgten in der Dresdner Frauenklinik unter Leitung von Kurt Warnekros. Viele medizinische Unterlagen zu den Eingriffen sind nicht erhalten, da die Dresdner Frauenklinik und ihre Archive 1945 bei Luftangriffen zerstört wurden. Zusätzlich wurden 1933 beim Angriff auf das Berliner Institut für Sexualwissenschaft Bestände geplündert und verbrannt, was die Quellenlage weiter ausdünnt.
Infolge der medizinischen Eingriffe wurde die Ehe annulliert, und Lili Elbe erhielt neue amtliche Papiere.
Lili Elbe verstand ihre Transition nicht nur medizinisch, sondern auch existenziell als Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und formulierte dies in Briefen und autobiografischen Aufzeichnungen ausdrücklich. Ihre posthum veröffentlichten Schriften, insbesondere Man into Woman (1933), zählen zu den frühesten Selbstzeugnissen einer trans Frau in Europa. Die spätere Rezeption ihrer Geschichte zeigt zugleich, wie stark frühe trans Biografien zwischen Sensationslust, medizinischem Zugriff und eigener Selbstdeutung verzerrt wurden.
1931 starb Lili Elbe an den Folgen von Komplikationen nach einer weiteren Operation. Ihre Geschichte wurde international bekannt und inspirierte später den Spielfilm The Danish Girl.
"Welche Stärken wir als Individuen haben,
um nach unserem wahren Selbst zu suchen und es zu finden,
unabhängig von Risiko und möglichen Gefahren."
Lili Elbe

Anne Bengard
Anne Bengard wurde 1988 in Leipzig geboren.
Schon im Alter von 9 Jahren zog sie in eine kleine Küstenstadt im Südwesten Englands bevor sie 2007 nach London ging, um Performance Design an der renommierten Central Saint Martins Hochschule für Kunst und Design zu studieren.
Zur gleichen Zeit begann sie als Set-und Eventstylistin zu arbeiten und wurde Teil der bunten Alternativszene des Londoner Nachtlebens. Unter anderem gehört sie zum Ensemble des weltweit größten und ältesten Fetischclubs „Torture Garden“.
Schon in frühen Jahren wurde sie so mit der Kreativität, der Selbstdarstellung und dem offenem, tolerantem, aber vor allem respektvollem Umgang in der Clubszene vertraut. Diese Erfahrungen bilden heute ihre Grundwerte, die sich in ihrer Arbeit abbildet: sich Vorurteilen und Ängsten bewusst zu sein, zu hinterfragen und sich ihnen offen entgegen zu stellen.
Angespornt von einer beabsichtigten Ironie und einem spielerischen Sinn für Humor, bedienen sich Anne‘s Arbeiten der Ideen und der Gegenüberstellungen von Angst, Erotik und dem Grotesken. Mit ihren provokanten aber auch sinnlichen Bildern möchte sie eine sofortige Reaktion oder Empfindung im Betrachter hervorrufen.
Seit ihrer Rückkehr nach Berlin im Jahr 2014 hat sich Anne auf figurative, großformatige Pop-Aquarell-Porträts spezialisiert, die gesellschaftliche Normen, Trends und Vorurteile untersuchen.
Dem Betrachter möchte sie so für eine uneingeschränkte und kritische Auseinandersetzung mit ihren Grundeinstellungen gewinnen.
Im Jahr 2016 wurde sie als eine von 13 weiblichen Protagonisten, die in männlich dominierten Berufen arbeiten, ausgewählt in Jennifer Rostocks Musikvideo „Hengstin“ aufzutreten. Damit unterstreicht sie ihre Ansichten zur Gleichstellung, Toleranz und der Förderung des kritischen Selbstbewusstseins sowie der Reflektion von Gedanken und Handlungen.
Bild: Anne Bengard