Magnus Hirschfeld
* 14. Mai 1868 in Kolberg, heute Polen
† 14. Mai 1935 in Nizza, heute Frankreich

Dr. Magnus Hirschfeld
Dr. Magnus Hirschfeld war ein deutscher Arzt, Sexualforscher und einer der wichtigsten frühen Vorkämpfer für die Entkriminalisierung von Homosexualität. Er vertrat die Auffassung, dass Homosexualität angeboren und ein natürlicher Teil menschlicher Vielfalt sei. 1897 gründete er gemeinsam mit Max Spohr, Eduard Oberg und Franz Joseph von Bülow das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee, die weltweit erste Organisation, die sich öffentlich für die rechtliche Gleichstellung homosexueller Menschen einsetzte und die Abschaffung des § 175 forderte.
1918 rief Hirschfeld die Dr. Magnus-Hirschfeld-Stiftung ins Leben. Auf ihrer Grundlage eröffnete 1919 in Berlin das Institut für Sexualwissenschaft, die erste Einrichtung dieser Art weltweit. Das Institut verband Forschung, medizinische Beratung und politische Aufklärung.
Auch Lili Elbe wandte sich 1930 an Hirschfelds Institut in Berlin. Dort wurde sie zunächst vom Institutsarzt Felix Abraham untersucht und am Folgetag von Hirschfeld selbst befragt. Der Fall steht exemplarisch für die Praxis des Instituts, das nicht nur forschte, sondern auch Beratung und medizinische Begutachtung für trans Personen anbot und weitere Behandlungen vorbereitete.
Nach zunehmenden Bedrohungen durch Nationalsozialisten verließ Hirschfeld 1931 Deutschland. 1933 wurde das Institut geplündert und zerstört, seine Bibliothek öffentlich verbrannt.
Hirschfeld prägte zentrale Begriffe wie „sexuelle Zwischenstufen“ und argumentierte früh intersektional, indem er Sexualität, Geschlecht, Ethnie und soziale Lage gemeinsam analysierte. Während seines Exils unternahm er internationale Vortragsreisen und baute ein globales Netzwerk von Unterstützer*innen auf, das seine Ideen auch nach der Zerstörung des Instituts weitertrug.
Hirschfeld lebte bis zu seinem Tod 1935 im Exil in der Schweiz und in Frankreich.
"Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit." Dr. Magnus Hirschfeld

Frank Maier
Klare Linien, geometrische Formen, kräftige Farben verbunden zu einer deutlichen Aussage. Das ist die gestalterische Welt des Stuttgarter Illustrators Frank Maier. Seine reduzierten Bildwelten spielen mit Distanz und Abstraktion. Die Betrachtenden werden so mit dem Kern, der Botschaft seiner Illustrationen konfrontiert. Nichts lenkt das Auge ab, sein klarer Strich verbietet nahezu jedes überflüssige Beiwerk.
„Die Reduktion von Form, Farbe und Linie zu spannungsvoller Plakativität, das ist meine Arbeitsweise“, so Frank Maier. „Beim Vorgang dieser Reduktion ist es mir jedoch sehr wichtig, die Figur in ihrer ursprünglichen Form und Komplexität zu begreifen und ihrem Charakter gerecht zu werden. Darum braucht das digitale Arbeiten meiner Ansicht nach auch einen fundierten, handwerklichen Hintergrund.“
Frank Maier studierte an der Freien Kunstschule in Stuttgart. Nach kurzer Tätigkeit als Festangestellter merkte er schnell, dass ihm seine gestalterische Freiheit wichtiger ist. Seitdem illustriert er als Freelancer mit Vorliebe im Editorial-Design-Bereich für verschiedene Verlage, Zeitungen und Zeitschriften. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Bereich Infografik und Geschäftsbericht. Seine Arbeiten wurden unter anderem in der Zeit, Psychologie Heute, Süddeutsche Zeitung, Page, Washington Post und Rolling Stone veröffentlicht.
Bild: privat