Zeki Müren

* 6. Dezember 1921 in Bursa, heute Türkei
† 24. September 1996 in Izmir, heute Türkei

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Zeki Müren

Zeki Müren war ein türkischer Dichter, Komponist, Schauspieler und Sänger der klassischen und zeitgenössischen türkischen Musik. Er trug den Spitznamen „Sonne der Kunst“.

Von 1950 bis 1953 studierte Müren Dekorative Kunst an der Akademie der Schönen Künste in Istanbul. Nachdem er einen Musikwettbewerb gewonnen hatte, erhielt er mit 19 Jahren seinen ersten Medienauftritt im Istanbuler Radio. Fünfzehn Jahre lang sang er dort regelmäßig, komponierte über 100 Lieder, nahm mehr als 200 Stücke auf und spielte in 18 Filmen mit. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere absolvierte er über 100 Bühnenauftritte im Jahr. 1955 erhielt er als erster türkischer Sänger eine Goldene Schallplatte und wurde mehrfach als „Künstler des Jahres“ ausgezeichnet.

In der Öffentlichkeit trat Müren in extravaganten, oft femininen Kostümen auf, die er selbst entwarf. Er war geschminkt, trug auffälligen Schmuck und brach sichtbar mit heteronormativen Geschlechterbildern. Nach dem Militärputsch 1980 verhängte die Regierung ein Auftrittsverbot für effeminierte Männer, das auch ihn traf. Er zog sich aus der Öffentlichkeit zurück, nahm jedoch weiterhin Musik auf. 1991 wurde er zum Türkischen Nationalkünstler ernannt.

1996 starb er im Studio des staatlichen Senders TRT in Izmir während der Aufzeichnung einer Sendung, in der über sein Leben gesprochen und ihm ein Preis überreicht werden sollte. Die Dreharbeiten waren Teil einer mehrteiligen Dokumentation über ihn mit dem Titel „Die Sonne, die nie untergeht“. Unmittelbar nach seinem Tod blendete TRT den Satz „Die Sonne ist untergegangen“ ins Programm ein.

Mürens gesellschaftliche Stellung war außergewöhnlich: Staatspräsident Süleyman Demirel bezeichnete ihn öffentlich als Freund; sein beträchtlicher Nachlass ging an die Stiftung der türkischen Armee und an eine staatliche Bildungsstiftung. Zeitgenössische Berichte beschreiben ihn als „unantastbar“, mit einem Sonderstatus, der selbst in repressiven politischen Zeiten Bestand hatte.

Seine Bestattung glich einem Staatsbegräbnis; zehntausende Menschen unterschiedlichster politischer Lager nahmen in Bursa Abschied. Müren war vermutlich schwul, äußerte sich jedoch nie offen dazu und wich Nachfragen aus. Für die spätere türkische LGBTIQ*-Bewegung wurde er bedeutend, weil sein feminines Auftreten Geschlechternormen sichtbar irritierte. Zugleich weisen manche Interpretationen darauf hin, dass seine staatlich geförderte Präsenz auch dazu dienen konnte, gesellschaftliche Liberalität zu signalisieren, ohne echte strukturelle Veränderungen zuzulassen – eine Lesart, die diskutiert wird, aber nicht unumstritten ist.

 

 

"Hört euch einfach mal meine Lieder an.
Wenn ihr mich immer noch verprügeln wollt,
könnt ihr das."
Zeki Müren

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Deniz Celebi

Deniz‘ außergewöhnliche Reise begann schon in jungen Jahren, in welcher sie die Vision hatte, dass alle Menschen ihre tiefsten Gefühle zeigen und in einer nahezu angstfreien Welt leben. Schon als Kind entfaltete sie ihre kreative Seite und ließ sich von ihrer bunten Gefühlswelt leiten. Trotz strenger Regeln lenkte sie ihren Fokus auf innere Empfindungen, um eine Veränderung im Außen zu bewirken.

Mit 18 Jahren entschied sie sich für ein Bauingenieurstudium, die ihr die physische Weltgestaltung ermöglichen sollte. Trotz ihrer Position als Projektleiterin konnte sie nicht nachhaltig bauen, da die wirtschaftlichen Faktoren immer im Vordergrund standen. Daher reduzierte sie ihre Arbeitszeit und begann ein Achtsamkeitsstudium. Gleichzeitig erlernte sie autodidaktisch die Musik- und Videoproduktion. Daraufhin wagte sie den Sprung ins Ungewisse und machte sich als achtsame Künstlerin selbständig.

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